Dürfen Muslime Juden und Christen gerne haben?

Institut für Islamfragen

Rechtsgutachter: Abdul-Aziz bin Baz

Kommentar des Islaminstitus: Scheich Ibn Baz war über Jahrzehnte Vorsitzender des saudischen „Ständigen Komitees für das Fatwawesen“ und als oberster Rechtsgutachter Saudi-Arabiens sehr einflußreich. Er trat für eine streng konservativ-wahhabitische Theologie ein, für eine starke Begrenzung der Frauenrechte und wandte sich in zahlreichen Rechtsgutachten gegen vermeintliche „ketzerische Neuerungen“ (bid’a), die nicht mit dem Islam vereinbar seien, wie z. B. das Telefon.

(Institut für Islamfragen, dh, 28.05.2017)

Einige einheimische [saudische] Zeitungen haben folgende Verlautbarungen veröffentlicht:

„Wir hassen nicht die Juden oder das Judentum, sondern wir respektieren alle himmlischen Religionen …“

Bin Baz:

„Da diese Aussage eindeutig dem Koran, der Überlieferung [den berichteten Aussagen und Gewohnheiten Muhammads] und dem islamischen Glauben widerspricht … muss ich auf die Fehler in dieser Aussage hinweisen:

Der Koran, die Überlieferung und der Konsens der islamischen Gelehrten stimmt darin überein, dass Muslime die Ungläubigen, d.h. die Juden, Christen und alle anderen Polytheisten als Feinde behandeln müssen. Sie [die Muslime] dürfen sie [die Juden, Christen und Andersgläubigen] nicht gerne haben oder ihnen vertrauen. … So hat Allah es [im Koran] gesagt:

‚O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht meine Feinde und eure Feinde zu Beschützern, indem ihr ihnen Zuneigung gutmütig zeigt, wo sie doch die Wahrheit leugnen, die zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst austreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. Wenn ihr zum Kampf für meine Sache und im Trachten nach meinem Wohlgefallen ausgezogen seid, gebt ihr ihnen insgeheim Zuneigung zu verstehen, während Ich doch am besten weiß, was ihr verbergt und was ihr kundtut. Und der, der von euch das tut, ist sicherlich vom geraden Weg abgeirrt‘ (Übersetzung M. A. Rassoul (Sure 60,1).

… Und: ‚O ihr Gläubigen! Nehmt Juden und Christen nicht als Vertraute, denn sie sind miteinander verbündet und sind euch gegenüber feindlich eingestellt! Wer sie zu Vertrauten nimmt, stellt sich in ihre Reihe. Gott leitet die Ungerechten, die seine Gebote und Verbote nicht einhalten, nicht zum rechten Weg‘ (Übersetzung al-Azhar) (Sure 5,51).

In den zwei authentischen Überlieferungssammlungen [Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim] wird [von Muhammad] gesagt:

‚Mir wurde [von Allah] ein Fünftel [vom Besitz und der Kriegsbeute der Muslime] gegeben. Das hat keiner der Propheten, die vor mir kamen, erhalten. Ich wurde mit Panik siegreich bei einer Laufstrecke von einem Monat [dh., Muhammads Feinde gerieten in Panik, schon als Muhammads Kämpfer erst in einer Entfernung erschienen, die man in einem Monatsfahrt zurücklegen kann]. Die [ganze] Erde wurde für mich zu einer Moschee gemacht. Jeder meiner Anhänger, muss zur Gebetszeit beten [unabhängig davon, wo er sich gerade auf der Welt befindet]. Mir wurde die Kriegsbeute erlaubt. Sie wurden keinem vor mir erlaubt. Mir wurde das Fürbitte-Recht verliehen. Jeder Prophet vor mir wurde nur zu seinem Volk gesandt. Ich wurde aber zu der ganzen Menschheit gesandt.‘

… In Sahih Muslim heißt es [Muhammad sagt]: ‚Ich schwöre bei Allah, jeder Jude oder Christ von diesem Volk, der von mir hört und nicht an mich glaubt, endet in der Hölle.‘

… Alle Religionen, außer dem Islam, wurden aufgehoben … Das bedeutet nicht, dass die vorigen Religionen nicht respektiert werden sollen oder dass man sie degradieren darf. Sondern es ist verboten, dass man einer dieser Religionen folgt oder dass man glaubt, dass einer, der einer dieser Religionen wie etwa dem Judentum oder anderen Religionen angehört, sei rechtgeleitet.

… Infolge dessen ist es selbst für denjenigen klar, der über den geringsten Verstand verfügt, dass alle Teufel und Menschen dem Islam angehören und ihn einhalten müssen. Keiner darf einer anderen Religion wie dem Judentum oder Christentum, angehören … Alle müssen zum Islam übertreten … Wer glaubt, er braucht dem Gesetz Muhammads, Allahs Segen und Heil seien auf ihm, nicht angehören, gilt nach dem Konsens [der islamischen Gelehrten] als abgefallen. Ihm wird eine Besinnungszeit zur Umkehr [arab. istitaba] gewährt. Falls er danach Buße tut [und sich dem Islam zuwendet], ist das akzeptiert, ansonsten wird er getötet.“

Quelle: http://www.binbaz.org.sa/article/173