Fatwa zu der Frage, ob es klug ist, dass ein Ehemann nach einer längeren Abwesenheit von Zuhause bei seiner Ehefrau vorbeikommt, ohne sie vorher darüber zu informieren

Institut für Islamfragen

Ein Anruf ermöglicht einem eventuellen Liebhaber, das Haus der Frau zu verlassen, ohne dass das Konsequenzen hat

Von dem Rechtsgutachter Dr. Ali Djum’a, dem ehemaligen Staatsrechtsgutachter Ägyptens von 2003 bis 2013. Er wird bis heute als einer der einflussreichsten Religionsgelehrten weltweit betrachtet.

(Institut für Islamfragen, dh, 19.06.2015)

Frage:

„Wenn ein Ehemann nach längerer Abwesenheit nach Hause kommt, sollte er vorher seine Frau darüber informieren, um nicht einem eventuellen Liebhaber zu begegnen?“

Antwort:

„Wenn jemand zweifelt und selbst seinem Zweifel ein Ende setzten will [nämlich in Bezug auf die Frage, ob seine Frau einen Liebhaber hat], ist dies in Ordnung. Der Prophet [Muhammad] befiehlt uns, dies zu tun. Er [Muhammad] sagt: ‚Wer von euch von einer Fahrt zurückkehrt, soll bei seiner Ehefrau nachts nicht vorbeikommen.‘ Zuerst musst du in die Moschee gehen und [der Ehefrau] mitteilen, du würdest in einer halben Stunde bei ihr vorbeikommen. Dies gilt als Respekt den muslimischen Frauen gegenüber.

Einer der Weggefährten [Muhammads] war stur und gehorchte dem Propheten nicht. Er kam bei seiner Ehefrau nachts vorbei, weil er zweifelte, ob da [ein anderer Mann] war. Er fand einen [fremden] Mann bei ihr. Nun, seht Euch an, was die göttliche Strafe dafür ist. Lass diese Dinge an dir vorübergehen. Dinge an sich vorübergehen zu lassen, ist eine Lehre der Religion [des Islam] …

Ein Mann sagte zu dem Propheten, Allahs Segen und Heil seien auf ihm: ‚Meine Frau wehrt sich nicht gegen Hände, die sie berühren.‘ D. h., wenn sie die Haustür öffnet, sagt sie: ‚Wie geht es dir, mein Bruder?‘ und sie berührt den [fremden Mann] an seiner Brust und er berührt sie an ihrer Brust. ‚Sie wehrt sich nicht gegen die Hände, die sie berühren,‘ bedeutet, sie ist nicht verschleiert und hält keinen Abstand zu den Leuten [fremden Männern] ein. Es gibt solche Menschen.’ Er [Muhammad] sagte zu ihm: ‚Trenn dich von ihr!‘ Er [der betroffene Mann] erwiderte: ‚Aber ich liebe sie‘. Er [Muhammad] sagte: ‚Lass sie bei dir und genieße sie!‘ Du bist frei. Wenn du keine Eifersucht kennst und kein vollständiger Mann bist, lass sie bei dir.‘ Aber dies alles ist keine Prostitution. Dies gilt als allgemeines schlechtes Benehmen. Aber falls sie außerehelich sexuell aktiv ist und der Mann dies erfährt, muss er sich von ihr trennen. Falls sie Buße tut oder den Koran auswendig lernt, wird ihr von Allah vergeben.

… Nun, im Fall dieser Ehe: Wenn du weißt [dass deine Frau untreu war], musst du dich von ihr trennen. Falls du es nicht [mit Bestimmtheit ]weißt, schweig darüber, finde es nicht heraus. Denn es ist islamisch freundlich, zu sagen: ‘Ruf [deine Frau vorher] an’. Aber der Zweifel sagt: ‚Nimm mal an, ein fremder Mann ist bei ihr.‘ Angenommen, es ist einer bei ihr. Lass ihn verschwinden [gib ihm die Chance zu verschwinden, indem du anrufst und deine Frau informierst, dass du nach Hause kommst]. Ruf an, mein Bruder! Der Prophet, Allahs Segen und Heil seien auf ihm, hat uns Schönheit und Freundlichkeit gelehrt. Es gibt aber Menschen, die weder Schönheit noch Freundlichkeit mögen. Diese möchten alles herausfinden und suchen nach der Wahrheit. Das Ergebnis ist: Du wirst den [fremden] Mann [bei deiner Frau] finden und hier entsteht das Problem, denn du musst dich [in diesem Fall] von ihr trennen. Schließlich wirst du weinen und klagen: ‘Was geschieht nun mit meinen Kindern?’ Du brauchst nicht zu heulen, weil du dem Propheten nicht gehorcht hast.“

Quelle: www.youtube.com/watch?v=v7IgThdjuIE–