Südiranische Menschenrechtsorganisation wirft libanesischer, pro-iranischer Hisbollah-Partei Entführung iranischer Flüchtlinge vor

Institut für Islamfragen

Die Auslieferung erfolgt meist über Syrien an den Iran

(Institut für Islamfragen, dh, 14.05.2009) Dr. Kareem Bunni Sa’id Abdian, ein Aktivist einer südiranischen Menschenrechtsorganisation, beschuldigte laut Bericht von www.alarabiya.net die Hisbollah, am 26. April 2009 einen iranischen, arabischstämmigen Flüchtling aus dem Südiran in den Libanon entführt zu haben. Die Aktion, so der Bericht, wurde von der Hisbollah-Partei in Zusammenwirken mit iranischen Diplomaten im Libanon durchgeführt.

Der Entführte, Ali Hilali Majd, hatte seine dreimonatige Tochter ins al-Hariri-Krankenhaus in Beirut/Libanon gebracht, um sie dort behandeln zu lassen. Er war nicht um seine Sicherheit besorgt, weil das Krankenhaus außerhalb des Einflussbereichs der Hisbollah liegt. In der Nähe des Krankenhauses wurde er dann gemeinsam mit seiner Ehefrau und seinen drei Kindern entführt. Zunächst soll die Familie nach Syrien transportiert worden sein, um sie von dort aus in den Iran zu bringen. Dr. Abdian hob hervor, dass dies nicht die erste Entführung im Libanon durch die Hisbollah mit dem Ziel Iran ist. Die pro-iranische Hisbollah habe etliche Entführungen iranischer Flüchtlinge arabischer Abstammung im Libanon initiiert. Dr. Abdian nannte einige Beispiele für ähnliche Fälle, in denen die syrische Regierung arabische Flüchtlinge aus dem Südiran in Syrien verhaftet und in den Iran ausgeliefert habe:

Im Jahr 2005 war Sa’id as-Saki in Syrien verhaftet und 2006 an den Iran ausgeliefert worden, obwohl er in Norwegen einen anerkannten Flüchtlingsstatus besaß. Dies geschah kurz bevor as-Saki zu seiner Familie in Norwegen reisen konnte.

Im Jahr 2006 verhaftete Syrien die Flüchtlinge Faleh Abdul-Lah al-Mansouri, Sa’id Auda as-Saki, Rasoul Masra’a, Taher Ali Masra’a, Jamal al-‘Abbudi und Mousa as-Sauari und übergab sie an den Iran. Danach wurde al-Mansouri im Iran zu einer Freiheitsstrafe von 30 Jahren verurteilt, während Ali Rasoul Masra’a 15 Jahre im Gefängnis absitzen muss. Das Schicksal von Sa’id as-Saki ist unbekannt: Nachdem Syrien ihn an den Iran ausgeliefert hat, fehlt von ihm jeder Spur.

Ebenso wurde Ma’suma al-Ka’bi, die Ehefrau eines Menschenrechtlers aus dem Südiran in Damaskus/Syrien mit ihren 5 Kindern verhaftet und in den Iran zurückgeschickt. Ihre Kinder sind im Alter von 4 bis 14 Jahren. Frau al-Ka’bi ist in Dänemark anerkannter Flüchtling und war gerade auf dem Weg, um nach Dänemark zu fliegen.

In der Region des Südiran leben rund 5 Mio. Araber, die meisten von ihnen sind Schiiten. Die arabische Sprache darf jedoch nicht an Schulen unterrichtet werden. Die Region versorgt den Iran mit 80% seines Bedarfs an Erdöl und Erdgas und 35% seines Trinkwassers. Die dort lebenden Araber haben trotzdem kaum eine Stimme im Land.

Quelle: www.alarabiya.net/articles/2009/04/26/71500.html