Warum verfügt der Nahe Osten über keine legitime politische Ordnung?

Institut für Islamfragen

Ein Grund dafür ist die ungelöste Frage, welche Rolle der Islam im öffentlichen Leben spielen soll

(Institut für Islamfragen, dk, 26.07.2016) Der aus einer muslimischen Familie stammende Autor Shadi Hamid der amerikanischen Denkfabrik Brookings Institution, Washington D.C., veröffentliche kürzlich eine Studie zum Nahen Osten mit dem Titel „Islamic Exceptionalism: How the Struggle Over Islam is Reshaping the World”. Er ging darin der Fragestellung nach, wie die gegenwärtigen innerislamischen Auseinandersetzungen den Nahen Osten und die Welt veränderten: Bei diesen innerislamischen Auseinandersetzungen und fundamentalen Unterschieden ginge es einmal um das Wesen und den Sinn des modernen Nationalstaates sowie um die Frage, welche Rolle die Religion des Islam im öffentlichen Leben spielen solle. Gegenüber diesem Problem würde der israelisch-palästinensische Konflikt als Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzung im Nahen Osten an Bedeutung verlieren. Selbst wenn durch ein Wunder dieser Konflikt morgen beendet werden könnte, würde der Nahe Osten eine furchtbar gefährliche Region bleiben. Hamids Studie versuche, einen Rahmen zu schaffen, in dem über Islam und Islamismus nachgedacht werden könne sowie über die Frage, wie Islam und Islamismus mit Politik, Gesetzgebung, öffentlichen Institutionen, Zivilbevölkerung und Nationalstaat interagieren würden.

Quelle: Bericht in der Tageszeitung Times of Israel, 6.7.2016 (www.timesofisrael.com/two-state-solution-wont-solve-mideast-crisis-says-brookings-expert/?utm_source=The+Times+of+Israel+Daily+Edition&utm_campaign=86cb68480e-2016_07_06&utm_medium=email&utm_term=0_adb46cec92-86cb68480e-55134541): „The West fundamentally misunderstands the ethos of the ‚caliphate‘, writes Muslim author“