IS-Geiselnahme: Freilassung zweier konvertierter ägyptischer Frauen gefordert

Institut für Islamfragen

Beide Frauen sollen vom Christentum zum Islam konvertiert sein und von ägyptischen Kopten gefangen gehalten werden

(Institut für Islamfragen, dh, 16.04.2015) Die libysche Terrorgruppe des „Islamischen Staates“ (IS) nahm im Januar 2015 ägyptische Arbeiter als Geiseln, um so die ägyptische Regierung zu zwingen, zwei ägyptische Frauen an den IS auszuliefern. Ansonsten, so die Drohung, würden die ägyptischen Geiseln getötet.

Bei den zwei Frauen soll es sich um Frau Camilia Sh’hata und Wafa’ Castantin handeln. Gerüchte hatten sich schon in den letzten Jahren unter ägyptischen Islamisten zu Zeiten des Husni Mubarak-Regimes verbreitet, dass beide Frauen vom Christentum zum Islam konvertiert seien. Deshalb sollen sie von der koptischen Kirche eingesperrt und von der Öffentlichkeit ferngehalten worden sein. Mehrere Demonstrationen islamistischer Kräfte in Ägypten hatten die frühere Regierung Mubaraks aufgefordert, „die Freilassung der verschleppten, zum Islam konvertierten Frauen zu erzwingen und sich nicht der ägyptischen Kirche machtlos zu ergeben“. Die Demonstranten drohten u.a., die höchste christliche Autorität Ägyptens, Papst Shenuda III und die ägyptischen Kopten zu töten.

Obwohl die damalige Regierung bestritten hatte, dass diese Frauen zum Islam übergetreten seien, und obwohl die beiden betroffenen Frauen später im Fernsehen auftraten und bestritten, dass sie jemals zum Islam übertreten seien, blieben die Aufforderungen der islamistischen Kräfte unverändert. Infolgedessen verübten Islamisten, vor allem in Ägypten, zahlreiche Attentate gegen arabische Christen. Mehrere Kirchen wurden in Ägypten mit Autobomben angegriffen und zahlreiche Kopten kamen dadurch und durch andere Attentate ums Leben oder wurden verletzt. Im Irak verübte damals die Terrorgruppe al-Qa’ida ein Massaker unter Kirchenbesuchern, bei dem über 50 irakische Christen ums Leben kamen und viele verletzt wurden.

Quelle: www.alarabiya.net/ar/arab-and-world/egypt/2015/02/15