Streit um das geistliche Oberhaupt Irans, Ali Khamenei

Institut für Islamfragen

Ließ er direkt nach seiner Geburt heilige Aussprüche verlauten?

(Institut für Islamfragen, dh, 25.09.2012) Die arabische Zeitung www.alarabiya.net veröffentlichte am 12.08.2012 einen Artikel über die jüngsten Streitigkeiten zwischen Gegnern und Befürwortern kursierender Wunderberichte über al-Khamenei.

Dem Oberhaupt der islamischen Revolution im Iran, Ayatollah Ali Khamenei, wird u. a. das Wunder zugeschrieben, dass er unmittelbar nach der Geburt die Worte „Oh, Ali!“ und „Allahu Akbar“ gesprochen habe. Während Ali Akbar Nateq Nuri, der persönliche Berater von Ali Khamenei, der Inspektionsleiter des Büros von al-Khamenei und der vorige Parlamentsvorsitzende im Iran an das „Wunder“ nicht glauben, neigen seine Gegner dazu, genau das zu tun und es zu verteidigen.

Unterstützer der Verehrung Khameneis sind davon überzeugt, dass er derjenige ist, der das Wiedererscheinen des zwölften Imams, Muhammad bin Hassan al-‘Askari [genannt „al-Mahdi al-muntazar“], in der Region von Khorasan/Iran, einleiten werde. Unter ihnen sind politische Aktivisten, die an das „Wunder“ glauben und sich auf einen Bericht der Hebamme berufen, die die Geburt von Ali Khamenei begleitet hat. Diese bestätigt, dass al-Khamenei nach der Geburt tatsächlich die genannten Worte gesagt habe. Sie habe diese persönlich gehört.

Ali Akbar Nateq Nuri hält dieses „Wunder“ für eines von vielen Legenden, die in der letzten Zeit über Khamenei verbreitet wurden, um einen Heiligen aus ihm zu machen. Er bestätigt, dass Ali Khamenei selbst denjenigen kritisiert, der die Geschichte über die angeblich von ihm gesprochenen Worte nach seiner Geburt verbreitet habe.

Der Konflikt zwischen den Verfechtern beider Meinungen gegenüber Ali Khamenei dauert an. Als Nateq Nuri neulich eine Rede am Grab von Imam al-Rida, dem achten Imam der zwölf Imame, in Maschhad, im Nordwesten des Irans, halten wollte, wurde er von seinen Gegnern mit „Allahu Akbar“-Rufen und lauten Gebeten unterbrochen. Als Nuri seine Rede weiterführen wollte, wurde er von seinen Gegnern endgültig daran gehindert, indem diese ihn mit leeren Wasserflaschen bewarfen. Zuvor attackierten sie ihn mit Sprüchen wie „Tötet die Gegner der Herrschaft der Gelehrten!“ [arab. wilayatu l-faqih] und „Tötet die am Herzen Erblindeten!“

Quelle: www.alarabiya.net/articles/2012/08/12/231922.html