Al-Azhar Moschee verbietet Buch des prominenten muslimischen Gelehrten Jamal al-Banna

Institut für Islamfragen

Das Buch ist seit vier Jahren auf dem ägyptischen Markt erhältlich

(Institut für Islamfragen, dh, 17.06.2008) Vor kurzem hat nach einem Bericht von www.alekhbariya.org die Al-Azhar Moschee, Kairo/Ägypten, eines der Bücher des bekannten muslimischen Gelehrten Jamal al-Banna für nicht-islamisch erklärt und verboten. Das Buch heißt „Die Frau zwischen der Befreiung durch den Koran und der Fesselung der Schriftgelehrten“. Darin behauptet al-Banna, dass nach den Lehren des Korans eine Frau lediglich ihr Dekolletée verschleiern müsse. Nichts sage der Koran bezüglich der Kopfbedeckung der Frau. Die Mehrzahl der muslimischen Schriftgelehrten erklärten den ganzen Körper der Frau als Tabu, so dass er [ihrer Auffassung nach] als Ganzes verschleiert werden muß.
Das Verbot des Buches gab die Al-Azhar Moschee heraus – die staatliche Zensurautorität in Ägypten – als sie das Buch für den Export nach Kuwait überprüfen wollte. Daraufhin betonte al-Banna, dass dieses Buch schon seit vier Jahren in ägyptischen Läden verkauft würde. Erst als es exportiert werden sollte, sei es von der al-Azhar-Moschee für verboten erklärt worden. Al-Banna fragt:

„Befürchtet das Al-Azhar-Komitee die Verbreitung des falschen Islam nur außerhalb Ägyptens?”

Dr. Muhammad Abdul-Mu’ti al-Baiumi, Mitglied des Azhar-Ausschusses und höchste Autorität innerhalb des Komitees der Al-Azhar-Moschee, sagte, dass sich der Ausschuss mit al-Banna getroffen und ihm Beweise zur Widerlegung seiner Behauptungen vorgelegt hätte, die er in seinem Buch für seine Thesen angeführt habe. Al-Banna könne keine Gegenargumente vorlegen. Al-Baiumi sagte:

„Al-Banna beharrt auf falschen Auslegungen“ und „wir erlauben keine Fälschung, sei es im Koran oder in den prophetischen (muslimischen) Lehren.”

Al-Banna bestritt seinerseits, dass es zu irgend einem Zeitpunkt ein solches Treffen mit dem genannten Ausschuss gegeben habe. Zudem drückte er sein Bedauern über das Zensurrecht des Komitees aus:

„Diese Tätigkeit [der al-Azhar-Moschee] kommt den [Zensur-]Aktivitäten der katholischen Kirche im Mittelalter gleich. Das ist unakzeptabel und eine Schande für Ägypten.“

Quelle: www.alekhbariya.org/news.php?action=show&id=102