Finanzielle Sicherheit verlockt saudische Frauen zu nicht-öffentlichen EheverträgenFinanzielle Sicherheit verlockt saudische Frauen zu nicht-öffentlichen Eheverträgen

Institut für Islamfragen

Der Wunsch nach einer weiteren Frau findet unter arabischen Männern Anklang

(Institut für Islamfragen, dh, 03,04.2007) Die arabische Zeitung www.alarabiya.net hatte am 06. Juli 2005 einen Artikel über die so genannte „Heirat des Passagiers“ (arab. Zauadj al-Misyar) veröffentlicht. Diese Eheform beinhaltet, dass der Ehemann eine oder mehrere Frauen heiraten kann, ohne die Ehe öffentlich bekannt zu geben. Falls er bereits Familienvater ist, darf er seiner Ehefrau oder seinen Ehefrauen und Kindern die „Passagier-Ehe(n)“ verschweigen. Bei der Eheschließung verzichtet die Frau schriftlich auf Kinder und eine gemeinsame Unterkunft mit dem Ehewilligen.

Mehrere saudische Frauen sollen die oben genannte Zeitung angerufen und ihre persönlichen Profile hinterlassen haben. So suchten sie auf diesen Weg einen „Passagier-Ehemann“. Das Hauptanliegen dieser Frauen soll die durch diese Ehe garantierte finanzielle Absicherung sein.

Am 20.03.07 wurde veröffentlicht, dass 210 arabische Männer auf die erwähnten Profile reagiert hätten. Die meisten sollen Araber sein, die auf diese Weise eine oder mehrere Frauen finden wollen.

Quelle: www.alarabiya.net/Articles/2005/07/06/14696.htm

Kommentar: Die „Passagier-Ehe“ ist eine von mehreren Ehemöglichkeiten in muslimischen Ländern. Andere sind:

  • Die „Heirat per Kassettenaufnahme”: Diese soll vor allem unter Studenten in Ägypten verbreitet sein. Das „Ehepaar“ zeichnet die Eheschließungszeremonie auf eine Kassette auf. Die Ehe bleibt geheim. Falls nötig, legt das Ehepaar die Audioaufzeichnung als Beweis der Legalität der Ehe vor. Diese Form der Ehe ist gesetzlich nicht anerkannt. Sie wird jedoch von einigen muslimischen Geistlichen als legal und islamisch erlaubt betrachtet.
  • Die Heirat der „Mufakhada“: Diese soll vor allem in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbreitet sein. Sie erlaubt dem „Ehemann“, intime Kontakte zu einer Frau einzugehen – vor allem mit einer minderjährigen Frau – ohne Geschlechtverkehr mit ihr zu haben.