{"id":567,"date":"2004-10-08T17:54:28","date_gmt":"2004-10-08T15:54:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/?p=567"},"modified":"2018-11-29T14:26:16","modified_gmt":"2018-11-29T13:26:16","slug":"verschiedene-fatawa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/2004\/verschiedene-fatawa\/","title":{"rendered":"Verschiedene Fatawa"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p>Wie soll ein Mann sich verhalten, wenn seine Eltern seine Braut wegen ihres Gesichtsschleiers ablehnen? &#8211; Wie lautet der Koranvers des Schwertes? &#8211; Wie viele Frauen hatte Muhammad? &#8211; Ist eine Eheanbahnung im Internet erlaubt? &#8211; Darf ein Mann die Farbe rot tragen? &#8211; Wer gilt im Islam als Gottloser? &#8211; Wie ist jemand zu beurteilen, der das Pflichtgebet verweigert?<\/p>\n<p>Unser Redakteur Daniel Hecker hat einige aktuelle Fatawa (islamische Rechtsgutachten) aus dem Internet zusammengestellt, aus dem Arabischen ins Deutsche \u00fcbersetzt und zum Teil mit Kommentaren versehen:<\/p>\n<p>Das erste Fatwa stammt vom \u201eRechtsgutachterrat\u201c unter F\u00fchrung von Dr. Abdul-Lah al-Raqih und behandelt die Frage, was ein Mann tun soll, dessen Eltern seine Braut wegen ihrer Gesichtsverschleierung (arab. niqab) ablehnen, sie d\u00fcrfe nur ein Kopftuch tragen. Darauf antwortete der Rat:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eAllahs Prophet befahl uns, Allah mehr als die Menschen zu f\u00fcrchten (nach der \u00dcberlieferung von Ahmad Ibn Hanbal). Deshalb m\u00fcssen Sie in dieser Angelegenheit Ihren Eltern nicht gehorchen. Ein Muslim muss zwar eigentlich seinen Eltern gehorchen, aber wenn ihre W\u00fcnsche gegen die Lehren des Islam sind, darf man ihnen widersprechen. Heiraten Sie diese Frau und versto\u00dfen Sie gegen das, was Ihre Eltern sagen. Mit der Zeit werden sie sich an die Gesichtsverschleierung gew\u00f6hnen\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> www.islamweb.net\/php\/php_arabic\/ShowFatwa.php<\/p>\n<p>Das zweite Fatwa stammt aus der gleichen Quelle und behandelt die Frage, was ein Koranvers namens \u201eVers des Schwertes\u201c (arab. ayatul-saif) besage, der in einem Buch mit dem Titel \u201eDie Aufhebende und die Aufgehobene\u201c behandelt wird (muslimische Theologen vertreten die Auffassung, dass einige Koranverse andere aufheben, also \u201eabrogieren\u201c). Darauf antwortete der Rat:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEs ist der f\u00fcnfte Vers in Sure at-Tauba (Sure 9,5). Er lautet: \u201aWenn die heiligen Monate, in welchen jeder Kampf verboten ist, verflossen sind, dann t\u00f6tet die G\u00f6tzendiener, wo ihr sie auch finden m\u00f6gt oder nehmt sie gefangen oder belagert sie und lauert ihnen auf allen Wegen auf.\u2018 Allah ist allwissend und weise!\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> www.islamweb.net\/php\/php_arabic\/ShowFatwa.php<\/p>\n<p>Im Koran gibt es viele Verse, deren Inhalt anderen Versen widerspicht. Muslimische Gelehrte erkl\u00e4ren diese Widerspr\u00fcche im Koran anhand der These von der \u201eAufhebung\u201c (Abrogation): Einige Koranverse sollen demnach andere Koranverse &#8211; die einen dem widersprechenden Inhalt haben &#8211; aufheben. Infolgedessen soll der Koran keine Widerspr\u00fcche beinhalten, weil die aufhebenden Koranverse als endg\u00fcltig betrachtet werden. Es gibt aber keine verbindlichen Verzeichnisse der \u201eaufhebenden\u201c und \u201eaufgehobenen Verse\u201c und keine Einigkeit unter muslimischen Theologen dar\u00fcber, welche Verse zu welcher Kategorie geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Das dritte Fatwa, herausgegeben von einem schiitischen Theologen, behandelt die Frage, wie viele Frauen Allahs Prophet, also Muhammad, hatte. Darauf antwortet der schiitische Gelehrte:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eAnhand der Aussagen der Imame (F\u00fchrer der religi\u00f6sen Gemeinschaft der Muslime, IfI) der \u201aahl -ul bait\u2018 (der Leute, die zum \u201aHaus\u2018 des Propheten Muhammads geh\u00f6ren, IfI) hatte Allahs Prophet 15 Frauen. Mit 13 von ihnen hat er die Ehe vollzogen. Mit den anderen beiden vollzog er die Ehe nicht. Zudem hatte er zwei Konkubinen\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> www.islam4u.com\/almojib\/2\/27\/2.27.1.htm<\/p>\n<p>Die Beantwortung der Frage nach der Anzahl der Frauen Mohammads zeigt den Unterschied zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in der Geschichtsschreibung. W\u00e4hrend die Schiiten 15 Frauen annehmen, sprechen die Sunniten von 9 bis 11 Ehefrauen Muhammads.<br \/>\nDas vierte Fatwa stammt von Scheich Dr. Abdul Karim Bin Abdullah al-Khadir, einem Dozenten f\u00fcr die Sunna, der \u00fcberlieferten Gewohnheiten Muhammads und antwortet auf die Frage, ob eine Eheanbahnung im Internet erlaubt sei. Der Dozent antwortet darauf:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eKontakte zu fremden M\u00e4nnern im Internet zu haben, ist eine Ursache f\u00fcr den Sittenverfall. Es ist ratsam f\u00fcr eine Frau, weder Kontakte mit fremden M\u00e4nnern zu haben noch mit diesen zu sprechen, es sei denn, es ist unbedingt n\u00f6tig; zum Beispiel wegen einer medizinischen Bahandlung. Die Kontakte zwischen M\u00e4nnern und Frauen im Internet sind ein Tor zur S\u00fcnde. Wenn die Frau versucht, im Internet einen Ehemann zu finden, muss sie wissen, dass Allah f\u00fcr sie einen guten Ehemann finden kann (ohne das Internet). Lassen Sie die Technik sein und f\u00fcrchten Sie Allah.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> alsaha.fares.net\/sahat<\/p>\n<p>Aus der gleichen Quelle wie das vorige Fatwa stammt das n\u00e4chste, in dem die Frage behandelt wird, ob ein Mann die Farbe rot tragen d\u00fcrfe. Darauf ergeht die Antwort:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDie Farbe rot in Reinform ist f\u00fcr M\u00e4nner verboten. Abu Dawud und al-Tirmidhi (zwei \u00dcberlieferungssammler, IfI) berichteten: \u201aEin Mann ging am Propheten Muhammad vorbei und hatte zwei rote Gew\u00e4nder an. Er gr\u00fc\u00dfte den Propheten. Der Prophet gr\u00fc\u00dfte ihn jedoch nicht\u2018\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> alsaha.fares.net\/sahat<\/p>\n<p>Das sechste Fatwa stammt von einem anonymen Gelehrten. Es behandelt die Frage, wer im islam als Gottloser gelte. Darauf ergeht die Antwort:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eEs gibt verschiedene Gruppen von Gottlosen. Dazu geh\u00f6ren u.a.: Der geborene Gottlose: Er ist weder als Muslim geboren, noch ist er Muslim geworden. Der abgefallene Gottlose: Er ist Muslim geworden, danach aber vom Islam abgefallen. Die Gottlosen sind in zwei Gruppen einzuteilen: diejenigen, die schmutzig (unrein) sind und diejenigen, die rein sind. Dazu geh\u00f6ren: Das Volk der Schrift, d.h. Juden, Christen und Sab\u00e4er. Einige muslimische Gelehrte betrachten auch diese Gruppen als unrein, andere sehen sie als rein an. Die Polytheisten. Alle muslimischen Autorit\u00e4ten (\u201aulama\u2018) bezeichnen sie als unrein.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> www.islam4u.com\/almojib\/2\/27\/2.27.1.htm<\/p>\n<p>Das siebte Fatwa, das wiederum von einem anonymen Gelehrten stammt, behandelt die Frage, wie jemansd zu beurteilen w\u00e4re, der das Pflichtgebet (arab. salat) vernachl\u00e4ssigt. Darauf wird geantwortet: <\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eNach den Aussagen von Koran und \u201aSunna\u2018 (der islamischen \u00dcberlieferung, IfI) gilt solch ein Mensch als Gottloser, der die Gemeinschaft (der Muslime) verlassen hat (s. Sure 9,11). Der Prophet sagte: \u201aWas einen Muslim von einem Gottlosen unterscheidet, ist das Gebet\u2018\u201c.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> www.al3sjad.com\/As7ab\/index.php<\/p>\n<p>Das rituelle Gebet gilt im Islam als eine Pflicht, die verrichtet werden muss. Nur der muslimische Gl\u00e4ubige darf das rituelle Gebet sprechen. Im Gegensatz dazu gilt das Gebet im Christentum als ein Vorrecht, das jeder in Anspruch nehmen darf, der sich an Gott wenden m\u00f6chte.<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/www.islaminstitut.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5,3],"tags":[250,20,16,63,17,107,62,102,251,18],"class_list":["post-567","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fatwa-archiv","category-fatwa","tag-abrogation","tag-ehe","tag-fatwa","tag-frauen","tag-gebet","tag-internet","tag-koran","tag-muhammad","tag-schleier","tag-verschleierung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=567"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":571,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/567\/revisions\/571"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.islaminstitut.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}