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Sonderdruck Nummer 08

Rolf Hille: Menschenrechte und Islam – Ist der „Kampf der Kulturen“ vorprogrammiert?

Der Fall des afghanischen Christen Abdul Rahman hat in Europa Aufsehen erregt und die Öffentlichkeit neu sensibilisiert für die Frage nach der Einhaltung von Menschenrechten in islamischen Ländern. Abdul Rahman, der sich schon vor Jahren zum christlichen Glauben bekehrt hatte, wurde in seiner Heimat Afghanistan entsprechend der islamischen Scharia mit der Todesstrafe bedroht. Nach westlichem Verständnis gehört aber die Freiheit zum Religionswechsel zu den elementaren Grundrechten des Menschen. Ganz anders in der Rechtstradition des Islam, wo nach Auskunft aller traditionellen Rechtsschulen der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe geahndet werden muss. Wie steht es mit der Einhaltung von Menschenrechten in islamisch bestimmten Ländern? Gelten die von den Vereinten Nationen 1948 festgeschriebenen Menschenrechte universal für Menschen aller Kulturen und Kontinente? Oder haben wir es gerade hinsichtlich der Akzeptanz und Einhaltung von Menschenrechten mit einem eklatanten Zusammenprall der Kulturen zu tun?


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Sonderdruck Nummer 07

Albrecht Hauser: Wirklich kein Zwang im Glauben? - Religionsfreiheit und Menschenrechte aus islamischer Sicht – eine theologische Betrachtungsweise

Mangelnde Religionsfreiheit und Verletzung der Menschenrechte sind nichts Neues in der menschlichen Geschichte. Wir hätten wohl einige der großen Briefe des Apostel Paulus nicht, wenn er nicht immer wieder um des Glaubens willen im Gefängnis gewesen wäre. Die Kirche Jesu Christi wuchs gerade in ihren ersten 300 Jahren trotz mangelnder Religionsfreiheit. Erst unter dem Kaiser Konstantin (306 – 337), ab dem Jahre 312, gewann der christliche Glaube zunehmend auch staatliche Anerkennung im römischen Reich. Die Verfolgung der Christen und die Ausbreitung des christlichen Glaubens standen schon seit der Geburtsstunde des christlichen Glaubens in einer gewissen Ko-Relation, denn als die Jünger Jerusalem unter Verfolgung verließen, entstanden neue Gemeinden an Orten wie Antiochien, Damaskus und andernorts (Apostelgeschichte 8,1–4).


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Sonderdruck Nummer 06

Prof. Dr. Christine Schirrmacher: Ist Multi-Kulti am Ende? - Keine Alternative zur Wertediskussion

"Multi-Kulti" – wir alle kennen dieses Schlagwort. Ein Begriff, der heute eher kritisch beäugt wird, aber in den vergangenen Jahrzehnten zum guten Teil Leitlinie des Zusammenlebens von Christen und Muslimen in Europa war, auch wenn sich längst nicht alle über diese Prämisse im Klaren waren. Multi-Kulti – ein Ergebnis geschichtlicher Entwicklung, in die wir eher hineingestolpert sind, anstatt sie bewusst geplant und gesteuert zu haben. Eine Entwicklung, die sich zudem aus falschen Denkvoraussetzungen ergab, unter denen die muslimische Arbeitsmigration in Deutschland betrachtet wurde, sowie aus Gleichgültigkeit und Ignoranz.

 

 


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Sonderdruck Nummer 05

Eberhard Troeger: Islam oder Islamismus? - Argumente zu seiner Beurteilung

Der Islamismus ist eine moderne religiöse Ideologie. Sie ist aus der Rückbesinnung auf die zum Ideal erhobene Frühzeit des Islam – das Modell von Medina mit seiner Einheit von religiösem und politischem Islam – und aus der Auseinandersetzung der Muslime mit dem modernen aufgeklärten Denken des Westens mitsamt seinen Ideologien – Rationalismus, Idealismus, Humanismus, Sozialismus, Nationalismus, Faschismus – entstanden.


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Sonderdruck Nummer 04

Dr. Christine Schirrmacher: "Herausforderung Islam – sind wir darauf vorbereitet?"

Fast könnte es so scheinen, als ob viele Menschen in Deutschland das Thema „Islam“ erst richtig wahrgenommen haben, nachdem die Terroranschläge am 11. September 2001 die westliche Welt erschütterten. „Terror“ und „der Westen“ waren im Denken vieler Menschen zwei getrennte Welten; Terror schien weit weg, in Afrika, in Algerien oder allenfalls im Nahen Osten zu Hause zu sein. Seit den Flugzeugangriffen des „nine eleven“ – wie dieser Tag im

Amerikanischen häufig genannt wird – und den nachfolgenden, in Europa zum größten Teil durch Sicherheitskräfte vorzeitig aufgedeckten, aber in anderen Teilen der Welt mehrfach zum Erfolg gekommenen Anschlägen hat sich dieses Bild gewandelt.


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Sonderdruck Nummer 03

Dr. Christine Schirrmacher: Offene Fragen zum islamischen Religionsunterricht

Verständlich ist der Wunsch muslimischer Mitbürger, in der Schule eine religiöse Unterweisung ihrer Kinder gewährleistet zu sehen, insbesondere, da das Grundgesetz die Erteilung von Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in "Übereinstimmung mit Grundsätzen der Religionsgemeinschaft" garantiert. Selbstverständlich muss ein solcher Unterricht personell und inhaltlich wie jeder andere Unterricht auch der staatlichen Schulaufsicht unterstellt sein. Der Staat beurteilt dabei nicht die Glaubensinhalte, die im Religionsunterricht vermittelt werden, sondern nur, ob er grundgesetzkonform erteilt wird.


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Sonderdruck Nummer 02

Prof. Dr. Walter Schmithals: Zum Konflikt zwischen dem Islam und dem "Westen"

Nach dem Anschlag vom 11.9.2001 auf das World Trade Center in New York hat man allenthalben gehört, dieser habe nichts mit dem Islam zu tun; deshalb spricht man stereotyp vom ‚internationalen Terrorismus‘, den es zu bekämpfen gilt. Solch ein beschwichtigendes Dementi ist im Rahmen des politischen Kalküls wohlbegründet. Es verschleiert aber, wie Salman Rushdie schrieb, „leider den Ernst der Lage“.


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Sonderdruck Nummer 01

Prof. Dr. Ursula Spuler-Stegemann: ... in Verantwortung vor Gott und den Menschen

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben die deutsche Politik in den Sog eines globalen Geschehens hineingezogen, das sich auch auf das Verhältnis zu den in Deutschland lebenden Muslimen auswirkt. So schrecklich der Anlass ist, diese schlagartige Veränderung im Weltgefüge bietet auch neue Chancen. Es ist dringend geboten, festgefahrene Positionen grundsätzlich zu überdenken, will man nicht die vorhandenen Gräben vertiefen oder gar weitere aufreißen. Deshalb muss jenen Muslimen, die unsere Verfassung und unsere Gesetze achten und die konstruktiver Teil unserer Gesellschaft sind oder sein möchten, jedwede Unterstützung für eine Gleichberechtigung und Gleichbehandlung auf allen Ebenen zukommen.