Kategorie: Nachrichten aus dem Ausland26. Dezember 2012, 08.34 Uhr

Auf der einen Seite Wut, auf der anderen Seite Zustimmung zum sogenanntem "Barbie-Koran"

Farben und Duft wurde für die Gestaltung dieser Druckausgaben des Korans benutzt

(Institut für Islamfragen, dh, 28.11.2012) Die arabische Zeitung „www.alarabiya.net“ berichtet über die Reaktionen prominenter muslimischer Gelehrter gegenüber dem sogenannten "Barbie Koran". Dabei geht es um eine neuere Druckausgabe des Korans, die in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erschien. Im Gegensatz zu den konventionellen Ausgaben des Korans ist diese in Bunt gedruckt und mit Jasminduft versehen, um damit vor allem Kinder zu begeistern und diese zum Auswendiglernen des Korans zu bewegen.

Der kuwaitische Verkündiger des Islam, Muhammad al-Arifi verurteilte als erster diesen "Barbi-Koran" auf den Sozialnetzwerken Facebook und Twitter: "Farbausgaben mit seltsamen Gestaltungen des Korans sind vor kurzem erschienen: Einer färbt den Namen Allahs, ein anderer färbt die Namen der Propheten und der Städte und ein anderer färbt jeden Buchteil mit einer unterschiedlichen Farbe. Was noch auf uns zukommt, wird noch schlimmer sein. Bitte, hört auf mit dem Koran zu spielen! Es gibt Koranausgaben in Rot, in Rosa, in Gelb, etc. Andere sind nach Themen gefärbt. Jeder wählt nach seinem Geschmack. Bitte, kauft diese Ausgaben nicht. Haltet die Würde des Korans hoch!"

Der muslimische Gelehrte Muhammad bin Gaith al-Gaith beantwortete eine Frage auf Twitter daher mit den Worten: "Man darf diese Koranausgaben nicht kaufen. Das Einfärben ist islamisch nicht erlaubt und verstößt gegen den Sinn des Vorlesens."

Scheich Abdur-Rahman al-Barrak jedoch verurteilte diese Koranausgaben nicht nur, sondern rief dazu auf, sie zu verbrennen, denn "dieses Tun ist [islamisch] nicht erlaubt, weil das Spielen mit dem Buch Allahs [dem Koran] ist; d. h. die Buchstaben und Wörter des Korans werden geschmückt, als ob sie Wände oder Kleidung wären. Wir empfehlen jedem, der solch eine Ausgabe besitzt, diese zu verbrennen."

Der Direktor des saudischen Ministeriums für islamische Angelegenheiten, für die Verkündigung [des Islam] und Rechtleitung, Dr. Muhammad Amin bin Khatri, berichtete, dass enorme Stückzahlen dieser o. g. Koranausgaben in seinem Ministerium ankämen. Dort würden diese jedoch vernichtet. Es gäbe strenge Vorschriften, so dass der Besitz jedweder Koranausgabe verboten sei, der nicht vom „König-Fahd-Komplex zum Druck des Koran“ hergestellt worden sei. Keine dieser Ausgaben [des Barbie-Korans] darf daher behalten oder angenommen werden.

Dennoch erfreute sich diese neue Ausgabe des „Barbie-Korans“ vor allem unter muslimischen Frauen großer Beliebtheit. Einige Musliminnen hatten während des Fastenmonats [Ramadan] diese Ausgaben als Almosen gratis verteilt.

Quelle: www.alarabiya.net/articles/2012/08/11/231661.html



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