Kategorie: Nachrichten aus dem Ausland16. December 2004, 06.32 Uhr

Zypernkonflikt bald gelöst?

Gespräche mit dem EU-Präsidenten sollen noch in diesem Jahr Klärung

bringen

Istanbul/Türkei (Institut für Islamfragen, 09.12.2004, mk) Der

holländische EU-Ratspräsident, Jan Peter Balkenende, gibt noch vor seinem

heutigen Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsident Erdogan, bekannt,

dass das Problem der Anerkennung von Südzypern (griechische Seite) durch die

Türkei bis zum 17. Dezember 2004 gelöst sein könnte. So habe diesbezüglich

der holländische Außenminister, Bot, mit der Türkei und Südzypern Gespräche

geführt, die jede Seite befriedigen würden.

 

Weitere Gespräche sollen wie folgt verlaufen:

 

  • 9. Dezember: Erdogan wird in Brüssel mit dem holländischen EU-Präsidenten sprechen.
  • 9. Dezember: Der russische Präsident Putin wird den griechischen Präsidenten Kostas Karamanlis im Kremel treffen.
  • 9.-10. Dezember: Der türkische Außenminister Gül wird in Brüssel die NATO-Außenminister treffen.
  • 13. Dezember: Die EU-Außenminister werden sich ein letztes Mal vor dem Gipfel treffen.
  • 14.-15. Dezember: Das EU-Parlament wird den Türkeibericht bearbeiten und autorisieren.
  • 16.-17. Dezember: Der EU-Gipfel wird sich in Brüssel treffen und eine Entscheidung fällen, wann mit der Türkei die Aufnahmegespräche beginnen sollen.

 

Quelle: www.hurriyetim.com.tr/haber/0,,sid~1@w~3@nvid~508090,00.asp

 

Kommentar des Islaminstitutes: Die Haltung von Griechenland und

Südzyperns zur Aufnahme der Türkei in die EU ist im Grunde gespalten.

Einerseits möchten beide, dass die Türkei nicht in die EU aufgenommen wird,

andererseits fürchten sie die Konsequenzen einer solchen Ablehnung, die

diese beiden Ländern und auch die christliche Minderheit in der Türkei am

Schwersten treffen würde. Solange die Türkei Südzypern nicht anerkennt, hat

es ein Druckmittel zugunsten des türkischen Teils, Nordzypern. Griechenland

dagegen kann jederzeit gegen eine Aufnahme der Türkei in die EU von ihrem

Vetorecht Gebrauch machen. Vor einer Aufnahme in die EU muss die Türkei

zuerst die Zypernfrage mit Griechenland gelöst haben. Für Griechenland wäre

eine solche Entwicklung der Beginn einer entspannten Beziehung mit der

Türkei. Dagegen stellen sich sowohl die Gruppe der türkischen Nationalisten

als jene auf griechischer Seite. Dazu kommt die ungelöste Kurdenfrage, die

von Kurden, die auf der griechischen Seite Zuflucht gefunden haben,

angeheizt wird und gegen eine Lösung arbeiten.



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