Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD e.V.)
VON: IFI
Über den ZMD
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) ging 1994 aus dem "Islamischen Arbeitskreis Deutschland" hervor. Sitz und Gerichtsstand des Vereins ist Köln. Der ZMD versteht sich als ein Spitzenverband der islamischen Dachorganisationen in Deutschland und als Diskussions- und Handlungsforum seiner Mitglieder. Er will Dialog- und Ansprechpartner für den deutschen Staat und die deutsche Gesellschaft sein, sowie die Interessen und Rechte seiner Mitglieder vor den Behörden vertreten, die der Islam als Religionsgemeinschaft einfordert. An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach Anerkennung als "Körperschaft des Öffentlichen Rechts", aber auch Forderungen nach "mehr Respekt" für den Islam in Deutschland.
Keine Mehrheitsvertretung
Größter Mitgliedsverband des ZMD war bisher der VIKZ (Verband der islamischen Kulturzentren e.V., Dachverband für rund 3000 islamische Kulturvereine). Der VIKZ verließ den ZMD Ende 2000, womit der ZMD um 22.000 Mitglieder schrumpfte und mit nur noch etwa 10.000 Mitgliedern nicht mehr den Anspruch erheben kann, 70% der etwa 3,3 Mio. Muslime in Deutschland zu vertreten.
Politische Institution
Der 1986 gegründete Islamrat (IR) - sozusagen der Konkurrenzverband zum ZMD in Deutschland - beherbergt unter seinem Dach auch die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestufte Organisation "Islamische Gemeinschaft Milli Görüs". IR und ZMD werden von Muslimen, die Religion und Politik nicht miteinander verquickt wissen wollen, als politische Institutionen abgelehnt (Verfassungsschutzbericht NRW, 1998, S. 15).
Finanzierung
Der ZMD finanziert sich im wesentlichen über Mitgliedsbeiträge, Spendensammlungen in Moscheen und private Zuwendungen. Es soll Anzeichen geben, daß der ZMD von der Islamischen Weltliga in Saudi-Arabien Unterstützung erfährt (U. Spuler-Stegemann. Muslime in Deutschland. Freiburg, 1998, S. 116.)
Arbeitsgemeinschaften
Der ZMD unterhält mehrere Arbeitsgemeinschaften, die sich u. a. intensiv mit der Erarbeitung von Lehrplänen für den islamischen Religionsunterricht beschäftigen.
Vorstand des ZMD
Vorsitzender des ZMD ist seit 1995 Dr. Nadeem Elyas. Er wurde 1945 in Mekka/Saudi Arabien geboren, lebt seit 1964 in Deutschland und hat Medizin und Islamwissenschaft studiert.
1. Stellv. Vorsitzender: Mohammad Aman Herbert Hobohm, (AI-Hadj), geb. 1926 bei Magdeburg, 1939 zum Islam übergetreten
2. Stellv. Vorsitzende: Ferya Banaz. Geboren 1974 in Kütahya/Türkei, deutsche Staatsangehörige, Studentin der Biologie.
Generalsekretär: Dr. Ayyub Axel Köhler
Derzeitige Mitglieder des Zentralrates
1. Bundesverband für Islamische Tätigkeiten e.V.
2. Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V. (DML BONN)
3. Deutsche Muslim-Liga Hamburg e.V. (DML Hamburg)
4. Haqqani Trust - Verein für neue deutsche Muslime e.V.
5. Haus des Islam e.V. (HDI)
6. Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe e.V. (IASE)
7. Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD)
8. Islamisches Bildungswerk e.V. (IBW)
9. Islamische Gemeinschaft in Hamburg (IGH)
10. Islamische Religionsgemeinschaft Berlin
11. Islamisches Zentrum Aachen e.V. (IZA)
12. Islamisches Zentrum Hamburg e.V. (IZH)
13. Islamisches Zentrum München e.V. (IZM)
14. Muslimische Studentenvereinigung in Deutschland e.V. (MSV)
15. Union der in Europäischen Ländern Arbeitenden Muslime e.V. (UELAM)
16. Union der Islamisch Albanischen Zentren in Deutschland (UIAZD)
17. Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V. (ATIB)
18. Union Muslimischer Studenten Organisation in Europa e.V. (UMSO)
19. Vereinigung islamischer Gemeinden der Bosniaken in Deutschland e.V. (VIGB)
Einige Mitgliedsvereine des ZMD befürworten die strenge Auslegung der Sharia, z. B. die wortgetreue Anwendung der koranischen Hadd-Strafen (also Körperstrafen wie Amputationen, Auspeitschen, Steinigen). Das Islamische Zentrum München etwa ist mit den extremistischen Gruppierungen der ägyptischen Muslimbruderschaft oder der pakistanischen Jama-at Islamiya verbunden, die im Jahr 1941 von A. A. al-Maududi gegründet wurde.
Ehrenmitglieder
Dr. Axel Ayyub Köhler (Vors.), Köln
Prof. Dr. Annemarie Schimmel (die einzige Nichtmuslimin - verst.), Bonn
Fatima Grimm, Hamburg
Dr. Wilfried Murad Hofmann, Aschaffenburg/Istanbul
Cat Stevens, genannt Yussuf Islam, London
Muhammad Aman Hobohm, Bad Honnef
Weitere Informationen
Weitere Informationen über den Zentralrat der Muslime in Deutschland finden Sie auf der ZMD-Homepage unter www.islam.de.




